
1.0 Allgemeine Informationen
2.0 Fähigkeiten
3.0 Verhalten
4.0 Die Geschichte der Lurikeen
1.0 Allgemeine Informationen
Lurikeen gehören zu den kleinwüchsigen Völkern, sie sind leicht an ihrer Größe zu erkennen. Ebenso an ihren kleinen elfenartigen Ohren und ihrer Frohnatur. Viele Menschen bezeichnen sie als kleine, lustige Geschöpfe, die auch in schweren Situationen gerne Mut machen, obwohl sie doch selbst schwache Wesen sind.
2.0 Fähigkeiten
Die Lurikeen sind klein und etwas schneller als Menschen, dafür aber extrem schwach, sowie geschickt, intelligent und schelmisch – oft zum Missfallen ihrer neuen Verbündeten. Sie haben von Geburt an eine Gabe, sehr gut zu heilen und andere schneller gesund zu pflegen. So meistern sie auch gute jede kleine Arbeit für die sie wenig Kraft benötigen. Lurikeen sind zwar mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz gesegnet, sind jedoch in der Magie weniger bewandert, da dies mit ihrem schelmischen Eigensinn selten unter einen Hut zubringen ist.
3.0 Verhalten
Lurikeen sind gutmütige, fröhliche, lustige und gastfreundliche Wesen. Mit ihrem stark ausgelebten Übermut mögen sie manch einem schnell auf die Nerven gehen, doch sie sind eigentlich friedliebend. So gelten Lurikeen oft als kleine Gaukler und Schelme, denn sie sind stets für jedes Spiel und jeden Spaß zu haben.
4.0 Die Geschichte der Lurikeen
Entstehung der Lurikeen :
Es ist das Jahr 2000 im vierten Zeitalter, dem Zeitalter des Neuanfangs.
Eine Brise frischt auf, und der Wind eilt über die grünen Wiesen und bestellten Felder Eryndors. Er streichelt sanft die saftigen Halme des Grases und die Pflanzen verneigen sich lächelnd als der kühle Hauch durch ihre Blüten fährt.
Der Wind trägt ein leises Lachen und Kichern mit über das Land, trägt es fort in die Wälder und bald nach ganz Abendwind, bis für einen kurzen Moment des beinahe absoluten Friedens das fröhliche Gelächter Meldalinas den gesamten Raum erfüllt.
Sie lacht und tanzt beschwingt über das Angesicht der Erde, die sich von der Barbarei der Alfenkriege und den vielen namenlosen Schlachten noch immer nicht ganz erholt zu haben scheint. Sie lacht und freut sich, weil die Sonne scheint, weil die Wesen auf Abendwind zum 220. Mal das Fest der Entstehung feiern. Sie lacht und freut sich über die Freude selbst, die sich in ihr und der ganzen Welt, die sie umgibt, ausbreitet. Letztendlich lacht sie und freut sie sich, weil all das ohne sie nicht existieren würde, genau wie auch Meldalina nicht existieren würde, gäbe es keine Freude und kein Gelächter auf Abendwind.
Und in diesen endlosen Sekunden, in denen die Freude selbst durch Abendwind wandert, wird ein Gedanke Meldalinas Wirklichkeit.
Ein gedankliches Nichts hebt sich aus dem fröhlichen Verstand der jungen Göttin und erfüllt die Luft um sie herum kurz mit einem magischen Schimmern das nun neckisch um Meldalinas Haupt kreist. Ein hohes, frech-fröhliches Gelächter ertönt, kaum hörbar leise aber doch existent, und das Lachen erfreut das Gemüt der Göttin so sehr, dass sie beschließt, dem Gedanken seinen eigenen Willen zu geben. Als das dann geschehen, macht sich der Gedanke sofort auf, ihr Haupt immer schneller zu umkreisen, während sein schnelles und hohes Lachen die Lebenslust eines jeden, der es hören kann, weckt. Meldalinas Mine verfinstert sich ein wenig als sie feststellt, dass dieser kleine Geist scheinbar nicht sehr gelehrig sein würde und beschließt ihn noch ein wenig zu erziehen, bevor ihm der Luxus einer eigenen Rasse gewährt werden würde.
Doch der Gedanke, immer noch ein Teil von Meldalina, bemerkt ihr Vorhaben und beschließt Kraft seines eigenen Willens sich zu verstecken und davon zu fliegen. Das Gelächter wird lauter und ist nun auch für die Wesen auf Abendwind hörbar, so dass sich viele irritiert nach dem Ursprung des schallenden Gelächters umsehen, das unsichtbar am Himmel Abendwinds entlang fliegt.
Das Wesen blickt von oben herab auf das Sonnenland und die anmutigen Felder von Eryndôr, besucht die gewaltigen Gebirge von Gaeyrit und erblickt dabei die Freuden der Welt, wie die Wesen sich gegenseitig unterstützen und helfen, wie sie feiern und Schabernack treiben. Doch als es auf seiner Reise Gaeyrit erreicht, erblickt es das Leid.
Auf dem schlammigen, verschneiten Boden liegen halb verweste, stinkende Skelette – ob von Tieren oder anderen Wesen ist nicht zu erkennen. Ratten und anderes Getier sammeln sich um die Kadaver und verschwinden blitzartig, als neben ihnen ein streitsüchtiger Inconnu mit einem donnernden Schrei einem kleinwüchsigen Frostalfen den Schädel zerschmettert. Dem Frostalfen – der jetzt kaum noch als solcher zu erkennen ist – entringt sich ein letzter gequälter Schrei, bevor sein toter Körper zuckend in den dunkelrot gefärbten Staub fällt.
Doch als sei das der Grausamkeit nicht genug beugt sich der Inconnu über seine Beute, lässt den blutverschmierten Hammer achtlos zu Boden fallen und beginnt, belgeitet von reißenden und schmatzenden Geräuschen, die Haut des Frostalfen von seinem rechten Arm zu lösen. Dieses Bild des Grauens löst in Meldalinas Geschöpf etwas aus, dass die ganze Bestimmung seiner Existenz für immer ändern sollte. Das Bild manifestiert sich in dem Gedanken, der im Moment noch zwischen der „normalen“ und der göttlichen Welt steht, und verändert somit die Persönlichkeit, mit dem die Göttin der Feste und Freuden ihn ursprünglich versehen hatte.
Der Gedanke empfindet, dank der freundlichen und friedliebenden Natur Meldalinas, die Brutalität des Inconnu als abstoßend und verachtenswert. Jedoch hinterlässt sie einen bleibenden Eindruck in ihm, der seine sonst durch und durch ehrliche Natur schwächt und die negative, destruktive Seite, die jedes Wesen in sich trägt, an Stärke gewinnen lässt.
In diesem Moment erscheint Meldalina in Gaeyrit und stört allein durch ihre Präsenz die Aura des Schreckens, die Gaeyrit durchdringt. Sie beeilt sich, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, um Gezreth nicht zu erzürnen, wobei sie den Gedanken ohne weiteres Begutachten einfach mitnimmt. So bemerkt sie zu spät, dass der Gedanke sich während seinem Aufenthalt im dunklen Land verändert hat, und erschafft ein Wesen, das nicht ganz ihren Vorstellungen entsprach.
Ein Wesen voller Freude und Fröhlichkeit, voller Ausgelassenheit. Ein Wesen das großen Gefallen findet an Festen und an der Muse der Musik. Eine neue Schöpfung, das durch die Magie, die es erschuf, geprägt wurde und sich diese durch die Kraft ihrer Erschafferin zu nutze macht. Jedoch auch ein Wesen, das die Macht von Gezreth zu spüren bekam, und somit auch zu Unrecht fähig ist.
Es ist allein Meldalina zu verdanken, dass diese neue Rasse nicht für immer dem Bösen verfiel, als sie geschaffen wurde. Denn als der Gedanke langsam Form annahm, und sich aus seiner spirituellen Existenz eine Form bildete, griff sie im letzten Moment ein und verdrängte die dunkle Seite Gezreths, die sich dort gebildet hatte, beinahe zur Gänze.
Dennoch blieb ein kleiner Teil der Natur Gezreths in dem neuen Wesen erhalten, und der Hang zum Ungerechten blieb, wenn auch nur in sehr geringem Ausmaß.
Schließlich verwandelt sich die Existenz, die zu Beginn allein aus einem Gedanken der Göttin Meldalina bestand, in eine neue Spezies, die Abendwind von da an bereichert.
Eine neue Rasse, die gerne Schabernack treibt und sich oft schelmisch und vergnügt zeigt. Sie hat eine starke Verbindung zur Magie, die sie nutzt, um ihre Mitmenschen zu heilen und zu stärken. Jedoch gibt sie ab und zu auch ihrer dunklen Seite nach, was sich weniger in Gewalt als viel mehr in kleinen kriminellen Machenschaften wie Diebstahl äußert.
Und als Meldalina ihre neue Schöpfung sah, ihre Lebensfreude und Gutherzigkeit, ihre magischen Talente und auch ihre wenig ausgeprägten negativen Eigenschaften, lächelte sie.
Und als sie lächelte, gab sie ihrer Schöpfung einen Namen:
Lurikeen
Die Entwicklung auf Abendwind :
Am Beginn ihrer Zeit auf Abendwind wurden die Lurikeen zunächst in Eryndôr heimisch.
Aufgrund ihrer geringen Anzahl wurden sie von den Elfen dort zwar geduldet, jedoch waren die ohnehin schon als arrogant bekannten Elfen auf ihre „niederen“ Mitbewohner nicht sehr gut zu sprechen.
Der Intellekt der Elfen erkannte in den Späßen und Scherzen der kleinen Wesen nur eine Art primitiven Versuchens sich mitzuteilen und von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Diese, in ihren Augen „kläglichen“, Versuche der Lurikeen empfanden die Elfen im Laufe der Jahrhunderte immer mehr als störend, später sogar als verabscheuenswürdig, was zur Folge hatte, dass die Lurikeen in ihrem Land gemieden wurden und die Anspannungen zwischen Elfen und Lurikeen immer größer wurden.
(Der elfische Poet Eelithan D’nuhra beschreibt das Verhältnis zwischen Elfen und Lurikeen in seinem Gedicht <…>, wobei man sagen muss, dass Eelithan ein sehr gemäßigter Elf war. Seine „Interpretation“ der Zustände in Eryndôr entsprach nicht der Meinung der breiten Masse der Elfen und dieses Gedicht fand somit entsprechend wenig Anklang. Tatsächlich provozierte dieses Gedicht die Gemüter der Elfen derart, dass Eelithan sein Haus in Tir na' nog verlassen musste und ein Einsiedlerdasein lebte. Angeblich wurde er zuletzt bei Lough Derg in der Nähe der Teleporter nach Andurien gesehen, bestätigt konnte das jedoch nie werden. Zumindest aber aus dem Bereich der Literatur hat sich Eelithan nach seiner Aussiedlung erwiesenermaßen vollständig zurückgezogen.)
So kam es, dass etwa 400 Jahre nach der Erschaffung der Lurikeen im vierten Zeitalter Meldalina und Erendil beschlossen, die Lurikeen zu ihrem eigenen Wohl umzusiedeln. Der Nachhall des Zeitalters der Zerstörung war noch zu stark, als dass man schon wieder einen Krieg unter den Rassen auf Abendwind auslösen wollte.
Alornus und Erendil, die Schöpfer der Meldalina, einigten sich, die Schöpfung ihrer Tochter im Reich Alornus’ anzusiedeln, dem Sonnenland. Zur selben Zeit hatte Alornus sich entschlossen, selber eine neue Rasse zu erschaffen um damit sein Reich zu besiedeln, also schuf er im Jahre 2400 des vierten Zeitalters die ersten Menschen mit der Hilfe Erendils.
Doch die Entwicklung der beiden Völker entwickelte sich nicht ganz im wohlgesonnenen Sinne ihrer Schöpfer.
So waren die Lurikeen den Menschen gegenüber nicht ganz so aufgeschlossen wie sie es zu Beginn zu den Elfen waren, denn die schlechten Erfahrungen die sie mit den hochnäsigen Bewohnern Eryndôrs gemacht hatten, hatten sich tief in ihrer Erinnerung festgesetzt. Sie lebten abseits der Menschen und beäugten sie misstrauisch.
Das junge Mithrandar war im Begriff zu entstehen, und es wuchs und gedieh. Die Menschen hatten sich nach 600 Jahren bereits ein ansehnliches Reich aufgebaut, das nur vom Prunk der Hauptstadt, des wunderschönen Schlosses Camelot, übertrumpft wurde. Als etwa im Jahre 3574 im Zeitalter des Neuanfangs die letzte purpurne Dachplatte auf dem weiß-gräulichen Turm im Zentrum der Hauptstadt verlegt wurde, schallten Trompeten und Jubelrufe von den Straßen und die stolzesten Ritter in Rüstungen von schillernder Pracht, aufreizend-festlich gekleidete Damen und auch das gemeine Volk machten sich heraus, um das Spektakel gebührend zu feiern – und die Einweihung der Türme im Schloss war sicher die größte Feier, die Andurien seit dem Fest der Entstehung gesehen hatte.
Lediglich die Lurikeen lauschten vom Weiten dem Klang der Fanfaren und dem Jubel der Feierlichkeiten und mischten sich nicht fröhlich unter das Getümmel.
Und es vergingen etwa 3 Jahrtausende, ohne dass sich an dieser Situation etwas Nennenswertes geändert hätte.
Zwar gab es ab und zu einige wenige Lurikeen die versuchten, die über die Jahre immer weiter gewachsene Wand aus Vorurteilen über die Menschen durch ein vorsichtiges Heranwagen an ihre Zivilisation zu durchschlagen – genannt seien hier Ingrinill „der Große“ sowie sein Halbbruder Svannig, die maßgeblich zur Mithilfe der Lurikeen bei der Schlacht gegen Riga unter Enduros „dem Einer“ beitrugen – die zum Teil auch erfolgreich waren, wenn auch nur kurze Zeit. Der Großteil der Lurikeen war aber strikt gegen jegliche Art von Kooperation der beiden Rassen.
Die Zeit heilt jedoch, wie man sagt, alle Wunden, und so geschah es, dass die Lurikeen über die Jahrtausende eine zaghafte Freundschaft mit den Menschen bildeten. Den Höhepunkt und gleichzeitig die Feuerprüfung dieser Freundschaft bildeten der dritte und vierte Andurische Krieg, in dem die Lurikeen mit ihrer Heilmagie eine unentbehrliche Verstärkung der Armeen unter Anduros bildeten.
Die Lurikeen waren schon vor ihrer Bekanntschaft mit den Menschen für ihre heilerischen Fähigkeiten bekannt. Doch böse Zungen schufen Gerüchte, die erzählten, dass die Magie der Lurikeen sich nicht mit dem Geist der Menschen vereinen ließe und dass man unweigerlich verrückt werden müsse, sollte ein Mensch mit den Kräften der kleinen Bewohner Mithrandars auch nur kurz in Berührung kommen.
Doch das Schicksal entschied, dass eines Tages ein Lurikeen namens Ingrinill den schützenden Wald nahe den Ebenen verlassen musste, weil Kchanik – Zwerg-Käfer und Haustier seiner Familie – aus seiner Höhle ausgebrochen war.
Von Busch zu Busch sprintend versuchte Ingrinill unentdeckt durch die Ebenen zu kommen - ein beinahe unmögliches Unterfangen, da man bei gutem Wetter auch schon im vierten Zeitalter von den Hügeln am Fluss bis zum Waldrand sehen konnte.
Und so blieb er unentdeckt, bis er auf der Suche nach Kchanik am westlichen Waldrand entlang lief, den Kopf noch immer geduckt, was ihm etwa eine Größe von etwas über einem halben Meter verlieh. Als eine Stimme unweit hinter ihm plötzlich „Du da!“ krächzte, sprang Ingrinill panisch in den nächstgelegenen Busch und erstarrte dort lautlos zu einem Würfel von etwa 50 Zentimetern Breite. Erst als er ein unterdrücktes Stöhnen aus der gleichen Richtung hörte, wurde er nachdenklich: „Hilf mir, …“, wisperte es undeutlich, „… bitte.“
Später stand dieser Tag als „Tag der Begegnung“ in den Geschichtsbüchern der Lurikeen und Menschen, denn Ingrinill hatte sich entschlossen dem Menschen, der, von einem wilden Eber verletzt, blutend im Gebüsch lag, zu helfen und seine Angst – und natürlich die des Menschen – zu überwinden und so geschah es, dass zum ersten Mal in der Geschichte Abendwinds ein Lurikeen seine Magie auf einen Menschen wirken ließ. Erst als eine kleine, gut gekleidete Gruppe Menschen einige Tage später durch Wald der Ebenen ging, immerzu Ingrinills Namen rufend, stellte sich heraus, dass der Mensch ein Bote Mithras, des Königs von Mithrandar gewesen war.
(Genauer sind diese wichtigen Tage auf Abendwind im Buch "Tag der Begegnung" dokumentiert)
Und so begannen die ersten vorsichtigen Verhandlungen zwischen Menschen und Lurikeen, die sich zuerst zu einem Vertrag, dann zu einem Bündnis, einer Freundschaft und schließlich zu einer brüderlichen Einigkeit verwandelten, und zuletzt zum gemeinsamen Erheben der Waffen gegen den finsteren Lord Rigar.
Nach den unglaublichen Siegen über Lord Rigar und die Untoten in den Andurischen Kriegen sind die Lurikeen ein fester Bestandteil des Sonnenreiches, das dem großen Streitherren und Paladin zu ehren am Ende der andurischen Kriege Andurien genannt wird, geworden. Sie sind zu guten Freunden der Menschen und der anderen Wesen, die nun Andurien besiedeln geworden, und haben sich in Ludlow niedergelassen, wo sie mit ihren Scherzen und neckischen Spielereien die gemeinsam durchgestandenen Schlachten vergessen und beginnen, ihr Leben wieder zu genießen.
Ihre Mitstreiter sprechen von ihnen als begabte Naturtalente auf dem Gebiet der Heilzauberei, mit der sie im Kampf hilfreich und treu zur Seite stehen, aber auch als gute Freunde für den ausgelassenen Abend in der Kneipe, als Gaukler und fröhliche Gefährten und gelegentlich auch als hinterlistige Kleinkriminelle.
Und so leben die Lurikeen friedlich in Andurien und warten auf ihre nächste Chance, Geschichte zu schreiben.




